Urlaub in Österreich

Österreich als Reiseland nach der Krise im Trend und besser für die Klimabilanz.

Urlaub in Österreich am See

Urlaub in Österreich ist für viele Menschen zu jeder Jahreszeit die erste Wahl um entspannte Urlaubstage am See oder in den Bergen zu verbringen. Im Jahr von Corona sieht es im Moment sehr danach aus, dass Urlaub in der Heimat für viele ÖsterreicherInnen an erster Stelle stehen wird. Urlaub in Österreich bietet das, was man nach dem Lockdown braucht: Erholung in der Natur, Kulturgenuss in den Städten und vor allem Gastgeber, die sich um Wohlergehen und Sicherheit ihrer Gäste intensiv bemühen.

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Wie lange Reisewarnungen für viele klassische Urlaubsländer noch gelten und ob es bei uns oder in typische Reisedesinationen zu einer zweiten Welle kommt, ist aus heutiger Sicht sehr unklar. Aktuell zum Thema: Wiederherstellung der Reisefreiheit ab dem 4. Juni – Österreich öffnet Grenzen zu Nachbarstaaten bis auf Italien und Reisen nach Kroatien, Griechenland und bestimmte Regionen in Italien ab 16. Juni.

Österreich als Reiseland bei Familien nach der Krise im Trend

Eine Befragung von 683 Familien in ganz Österreich mitten in der Corona Krise ergab, dass nach der Krise zumindest genauso viel Geld für den Urlaub ausgegeben werden soll wie davor. Urlaub mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis unter der Devise „Ich will mehr für mein Geld!“ wird jetzt schon gesucht und der Fokus liegt dabei ganz klar auf Destinationen in Österreich (Quelle „Familien Insights“ Studie). Besonders Familienaktivitäten und Spaß für die Kinder in der Natur sind sehr gefragt: Ein großer Vorteil für den österreichischen Tourismus und für die heimische Tourismusbranche, die durch die Corona-Krise besonders hart getroffen wurde. Tourismus ist aber nicht begrenzt auf die Beherbergung, sondern umfasst Bäckereien vor Ort, Kulturveranstaltungen bis hin zu BergführerIinnen. Sie alle sind Teil der touristischen Wertschöpfungskette. Aus diesem Grund befürworten nicht nur Politiker den Urlaub in Österreich.

Am 21. Juni veröffentlichte das Gallup Institut das Ergebnis einer Umfrage: Trotz der mittlerweile erfolgten Grenzöffnung zu den Nachbarländern planen 60 Prozent jener Österreicher, die einen Urlaub vorhaben, ihren Sommerurlaub heuer in der Heimat zu verbringen. Lediglich 28 Prozent wollen ins Ausland fahren, obwohl für fast doppelt so viele der Urlaub in einem anderen Land – meist am Meer – das Ideal darstellt. Gallup Geschäftsführerin Dr. Mag. Andrea Fronaschütz dazu:

Die Grenzöffnung hat an den Mitte Mai geäußerten Urlaubspräferenzen der Österreicher so gut wie nichts verändert. Sechs von zehn Personen, die einen Urlaub planen, wollen diesen im eigenen Land verbringen. Die Hotellerie und Gastronomie kann aber auch mit zusätzlichen Gästen rechnen, die aus praktischen Überlegungen heuer ausnahmsweise nicht im Ausland Urlaub machen wollen. Die Vorteile Österreichs, insbesondere leichte Erreichbarkeit, geringes gesundheitliches Risiko und begrenzte Anreisekosten, überwiegen bei vielen den Wunsch, im Urlaub im Meer zu baden oder ferne Länder zu erkunden. Jugend und Familien entdecken die Schönheiten des eigenen Landes neu. Überraschend viele jüngere Menschen wollen Österreich auch einfach besser kennenlernen. Die rückläufige Angst vor einer Ansteckung läßt auch das Interesse an Wellness – und Städteurlauben wieder steigen.

Verändert sich der Tourismus nach der Corona-Krise?

Was im Regierungsübereinkommen steht: Urlaub im eigenen Land forcieren, muss jetzt verwirklicht werden. Urlaub zu Hause ist jetzt wichtiger denn je. Nur so können wir unsere regionale Wirtschaft und unseren Tourismus wieder ankurbeln

fordert die Tourismussprecherin der Grünen, Barbara Neßler und weißt darauf hin, dass die Tourismusbranche jetzt nicht nur vor einer finanziellen Herausforderung steht, sondern, speziell in Tirol, auch einen Imageschaden erlitten hat:

Der Tourismus nach Corona wird sich grundlegend verändern müssen. Aber jede Krise birgt auch eine Chance und ich sehe diese Chance für den Tourismus. Wir müssen bereit sein darüber zu sprechen, in welche Richtung wir gehen wollen und realpolitische Maßnahmen für nachhaltigen und sozialen Tourismus setzen.

Es steht außer Frage, dass im Tourismus große Pionierarbeit geleistet wurde, aber derzeit sind wir auf dem falschen Weg. In der Vergangenheit ging es darum, immer größer und größer zu werden. Erfolg wurde an den Nächtigungszahlen gemessen und wir sahen den Tourismus als Wettrennen gegen die Zeit. Aber der Zeitgeist der Expansion um jeden Preis hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, dass weder für den Tourismus noch für die Bevölkerung gesund ist. Wir müssen unseren Weg zu einer Tourismuskultur finden, von der alle profitieren, nicht nur einige Wenige.

Der stellvertretende NEOS-Parteivorsitzende und Tourismussprecher Sepp Schellhorn „Das wäre der Todesstoß für den heimischen Tourismus“ sieht die Pläne des Kanzlers Hunderttausende Arbeitsplätze und Existenzen gefährden, nachdem Kanzler Kurz vor einigen Monaten in Interviews verlautbart hatte, dass er die Reisefreiheit de facto abschaffen will, solange es keine Impfung gegen Covid19 gibt und die Krankheit weltweit ausgerottet ist. Urlaub zu Hause als Problemlösung für den heimischen Tourismus gehe völlig an der Realität vorbei und meint:

Vor der Krise gab es in Österreich rund 153 Millionen Nächtigungen – 40 Millionen davon kamen aus Österreich. Selbst wenn also alle Österreicherinnen und Österreicher ihre Urlaubspläne im Inland verwirklichen – was vor allem angesichts der finanziellen Lage vieler Menschen mehr als fraglich ist – könnten sie ein komplettes Ausbleiben der ausländischen Gäste nicht kompensieren. Dann stünde dem heimischen Tourismus nach einem Totalausfall im Frühjahr ein Dürre-Sommer ins Haus, der viele in der Branche wohl final ruinieren würde.

Quarantäne im Österreich-Urlaub: Wer übernimmt Kosten für einen längeren Aufenthalt?

Das Risiko, dass neuerlich eine behördliche Quarantäne an bestimmten Orten Österreichs verhängt wird, ist zwar momentan eher als gering einzuschätzen. Dennoch besteht diese Gefahr bei einem Anstieg der Infektionszahlen in einem Gebiet. Wer in diesem Fall die Kosten für die zusätzlichen unfreiwilligen Nächte im Hotel trägt, hängt laut ÖAMTC auch davon ab, ob man die Reise pauschal oder individuell gebucht hat:

  • Pauschalreise gebucht: Hat der Hotelgast eine Reise pauschal gebucht (in Kombination mit der Anreise oder mit Zusatzleistungen wie z. B. Konzerttickets), übernimmt in der Regel der Reiseveranstalter die Kosten für einen Zeitraum von maximal drei Nächten, wenn die vereinbarte Rückreise aufgrund unvermeidbarer und außergewöhnlicher Umstände nicht möglich ist. Von dieser Kostenbeschränkung ausgenommen sind Personen mit eingeschränkter Mobilität und deren Begleitpersonen, Schwangere und unbegleitete Minderjährige sowie Personen, die besondere medizinische Betreuung benötigen.
  • Nur Hotel gebucht: Hier ist die Frage zur Kostenübernahme für einen unfreiwilligen längeren Aufenthalt schwieriger zu beantworten.  Dann sind die Kosten für eine „Absonderung ansteckungsverdächtiger Personen“ gemäß österreichischem Epidemiegesetz zwar vom Bund zu tragen. Doch für welchen Personenkreis und welche Kosten genau (z.B. nur Nächtigung oder auch Verpflegung) das gilt, ist mangels Judikatur noch nicht geklärt. Wer also von der Unterkunft aufgefordert wird, die Mehrkosten für die Quarantäne-Zeit zu begleichen, sollte auf der Rechnung den Vermerk „Bezahlung unter Vorbehalt der rechtlichen Klärung und Rückforderung“ hinzufügen.

Corona Reiseversicherungen

In der Coronavirus-Krise hat der ÖAMTC sein Leistungs-Portfolio für Reisen innerhalb Österreichs erweitert: Wird während des Urlaubs in Österreich eine behördliche Quarantäne im Urlaubsort verhängt und die Heimreise kann nicht wie geplant angetreten werden, übernimmt der Schutzbrief für Ausflüge und Urlaube zwischen 1. Juni und 30. September 2020 die zusätzlichen Übernachtungskosten für den Inhaber und die mitreisenden geschützten Personen für bis zu 14 Übernachtungen (maximal 70 Euro pro Person und Nächtigung). Dies gilt für alle geschützten Personen, auch wenn sie getrennt und nicht mit dem Auto verreisen und auch dann, wenn sie selbst infiziert sein sollten. Die Kostenübernahme kommt zum Tragen, sofern keine andere Stelle (z.B. Reiseveranstalter oder Bund) dazu verpflichtet ist – gegebenenfalls werden die Kosten aber zwischenzeitlich durch den Schutzbrief übernommen, bis eine andere Stelle diese auszahlt. Der Schutzbrief deckt auch die Kosten für einen Test auf eine Covid-19-Infektion, wenn durch ein negatives Ergebnis eine behördlich genehmigte Ausreise aus einem abgesperrten Gebiet ermöglicht wird.

Österreich Urlaub ist besser für die Klimabilanz

Die Urlaubsreisen im Sommer 2020 werden damit deutlich klimaschonender sein. Weniger Flugreisen und weniger Kreuzfahrten, stattdessen mehr Österreich-Urlaub und mehr Radreisen werden die Klimabilanz der Sommerurlaubsreisen heuer deutlich verbessern. Die VCÖ-Publikation „Klimafaktor Reisen“ zeigt, dass neben dem Reiseziel die Verkehrsmittelwahl die Klimabilanz des Urlaubs massiv beeinflusst. Der Radtourismus ist nicht nur für die Umweltbilanz positiv, sondern auch ein zunehmender Wirtschaftsfaktor.

Ein Spanienurlaub mit dem Flugzeug verursacht rund fünfmal so hohe CO2-Emissionen wie ein Italienurlaub mit dem Auto, neunmal so hohe Emissionen wie ein Österreich-Urlaub mit dem Auto und sogar 16 Mal so hohe Emissionen wie ein Österreich-Urlaub mit der Bahn, so die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts.

Der Unterschied in der Verkehrsmittelwahl zwischen Urlaub im Inland und im Ausland ist sehr groß. Beim Österreich-Urlaub war zuletzt der Anteil der Bahn mit fast 13 Prozent rund dreimal so hoch wie beim Urlaub im Ausland mit 4,4 Prozent. Während mit 0,2 Prozent kaum jemand im Inland auf Urlaub flog, betrug der Fluganteil beim Auslandsurlaub 44 Prozent. Der Anteil der Autoreisen ist beim Österreich-Urlaub mit 82 Prozent doppelt so hoch wie beim Urlaub im Ausland.

Besonders klimaschonend ist der Radurlaub in Österrreich

Für jede dritte Radreise in Österreich wurde die Bahn für die Anreise zum Abfahrtsort gewählt, für jede zehnte der Bus und jede neunte Radreise wurde gleich zu Hause gestartet. Der Rest entfiel auf die Anreise mit dem Auto. Der VCÖ sieht für Österreich gerade im autofreien Tourismus und im Radtourismus eine große Chance. „Natur, saubere Luft, die Schönheit der Landschaften sind wesentliche Motive für den Urlaub in Österreich. In Zeiten der Klimakrise sollte sich Österreich als Europas klimafreundlichstes Urlaubsland positionieren“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

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