Neue Drohnen-Verordnung ab 2020 in der gesamten EU

Drohnen Verordnung EU

Ab Juli 2020 gelten in der Europäischen Union einheitliche Regeln für die Drohnennutzung. Erstmals wird das Fliegen mit Drohnen staatenübergreifend reguliert. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit und Austro Control informieren über die damit verbundenen Neuerungen und präsentieren Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zur Akzeptanz von Drohnen in der Bevölkerung.

Allein 2018 hat Austro Control rund 2.900 Genehmigungen erteilt. Dazu kommt eine große Anzahl sogenannter Spielzeugdrohnen. Schätzungen gehen von bis zu 100.000 Stück aus, die sich in Österreich aktuell im Umlauf befinden.

Für unbemannte Luftfahrzeuge werden laufend neue Anwendungsgebiete erschlossen – von Vermessung über Logistik bis hin zu Umweltmanagement. Um die Chancen der Technologie „Drohne“ nicht ungenützt zu lassen, gleichzeitig jedoch ein größtmögliches Maß an Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten, hat die Europäische Union europaweit gültige Regelungen für die Drohnennutzung erlassen. Die Verordnung (EU 947/2019) gilt ab dem 1.7.2020 in allen Mitgliedsstaaten.

Nutzung von Drohnen wirft viele Fragen auf: Wunsch nach klaren Regeln zum sicheren Drohnenbetrieb

  • Wo darf ich meine Drohne fliegen lassen?
  • Wann wird eine Genehmigung benötigt?

In Österreich gilt seit 2014 das novellierte Luftfahrtgesetz, das erstmalig den Einsatz von Drohnen ermöglicht.

Mit diesem Regulativ hat Österreich in Europa eine Vorreiter-Rolle übernommen. Dabei gilt: Die Höhe des Risikos definiert die Auflagen. Das ist ein Ansatz, den wir entwickelt haben und der von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), die an dem gesamteuropäischen Regelwerk gearbeitet hat, übernommen wurde.

erklärt Mag. Philipp Piber, Leiter Drone Competence Center, Austro Control. Eine repräsentative Befragung des KFV zu Thema Drohnen zeigt: Der Wunsch nach gesetzlichen Vorgaben zur Nutzung von Drohnen ist in der Bevölkerung stark ausgeprägt:

  • So befürworten 62 Prozent der Befragten eine starke Regulierung seitens des Staates.
  • 6 Prozent sprechen sich für eine uneingeschränkte Privatnutzung aus.

„Die neue Rechtslage kommt diesem Wunsch entgegen. Sie sieht für jedes Szenario der Anwendungen eine klare Regelung vor“, so Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV. Was aus der Befragung des KFV ebenfalls hervorgeht ist ein enger Zusammenhang zwischen dem Wissen über Drohnen und deren Akzeptanz.

  • Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten gibt an, sich für das Thema zu interessieren.
  • Gleichzeitig ist der Wissensstand über Drohnen und ihre Einsatzgebiete vergleichsweise gering ausgeprägt. Nur 14 Prozent der Befragten geben an, sehr gut über Drohnen und ihre Einsatzbereiche informiert zu sein.

Hier bedarf es laut Kaltenegger konkreter Informationsinitiativen über Chancen und Risiken. Denn die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass ein hoher Wissenstand mit einer deutlich positiveren Einstellung gegenüber der Technologie einher geht. Personen mit einem kaum gesicherten Wissen zu Drohnen lehnen die Technologie am vehementesten ab.

Drohnen Registrierung statt Bewilligung für Privatnutzer

Abhängig von Gewicht und Einsatzbereich werden Drohnen künftig in drei Kategorien unterteilt:

  1. Offen
  2. Spezifisch
  3. Zertifiziert

Für den Großteil der Nutzer ist die Kategorie Offen relevant. Sie umfasst – je nach Einsatzgebiet – Drohnen mit einem Gewicht von bis zu 25 kg. Eine der wesentlichen Neuerung im neuen Regulativ ist, dass in der Kategorie „Offen“ die bisherige Genehmigungspflicht durch eine reine Registrierung ersetzt wird. Drohnenbetreiber müssen sich ab 1.7.2020 bei Austro Control registrieren und bekommen eine eindeutige Betreibernummer zugewiesen. Diese muss auf allen verwendeten Drohnen mit einem Gewicht ab 250 Gramm angebracht werden. Die Registrierung ist vergleichbar mit einem Autokennzeichen – sie ermöglicht eine bessere Nachvollziehbarkeit bei Verstößen.

Die Kompetenz des Piloten muss künftig mittels eines Tests nachgewiesen werden, wobei auch hier gilt, dass die Anforderungen vom Risiko des beabsichtigten Betriebs abhängig sind. Für Drohnen mit einem Gewicht von unter 250 Gramm – den sogenannten „Spielzeugdrohnen“ – sind auch künftig weder Registrierung noch Test nötig.

Ausnahme: Ist eine Kamera in die Drohne integriert, besteht unabhängig vom Gewicht eine Registrierungspflicht.

Die Schweiz hat bereits angekündigt, wesentliche Bestimmungen in ihr nationales Recht aufzunehmen. Die Registrierung wird via online-Formular auf der dronespace.at Website von Austro Control möglich sein. Die Details dazu sind derzeit in Ausarbeitung.

Tipps zum richtigen Umgang mit Drohnen

  • Bis 250 Gramm gelten Drohnen als Spielzeug und dürfen auf eine Maximalhöhe von 30 Metern aufsteigen.
  • Ab 250 Gramm ist eine Bewilligung von Austro Control sowie eine Haftpflichtversicherung für die Drohne erforderlich. Derlei Drohnen unterliegen dem Luftfahrtgesetz, die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 150 Meter bei ständigem Sichtkontakt.
  • Es ist nicht erlaubt, überall mit einer Drohne zu fliegen. So ist zum Beispiel an Orten in Flughafennähe, Militäreinrichtungen, in Flugbeschränkungsgebieten kein bzw. nur eingeschränkter Betrieb erlaubt.
  • Ohne Bewilligung mit einer Drohne in Österreich zu fliegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar. Das Strafausmaß beträgt bis zu € 22.000,-.
  • Informationen zum sicheren Betrieb von Drohnen, inklusive standortbezogener Abfrage über die Luftraumstruktur sind auf der dronespace APP von Austro Control zu finden.

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