Karneval in Venedig

Venedig Karneval Masken

Venedig muss man einfach einmal gesehen haben, vor allem da man nicht weiß wann die malerische Stadt tatsächlich im Meeresabgrund versinken wird. Das dachte ich mir zumindest als ich vor ein paar Jahren die Möglichkeit bekam an einem Wochenendausflug nach Venedig zum Karneval teilzunehmen.

Die Städtereise wurde vom Karneval-Verein meines Heimatortes veranstaltet, daher war geplant, den Faschingssonntag in Venedig zu verbringen. Für mich war die Gelegenheit also ideal um darüber hinaus Sightseeing in Venedig zu machen. Wir fuhren mit dem Bus nach Jesolo, wo sich unser Hotel befand, und setzten Sonntagmorgen mit einem der Schiffe nach Venedig über. Dort trafen wir unseren Reiseleiter, der für den Tag folgendes Programm vorbereitet hatte:


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Sehenswürdigkeiten in Venedig zum Karneval besichtigen

  1. Markusplatz
  2. Markusdom
  3. Dogenpalast
  4. Zwei Stunden Freizeit / Fahrt auf dem Canal Grande
  5. Karneval und Volo dell’ Angelo

Im Winter ist es verhältnismäßig ruhig auf den Gassen Venedigs, aber zur Zeit des Karnevals wimmeln die Straßen in Venedig natürlich nur so von kostümierten Einheimischen und Touristen. Somit war auch die erste Sehenswürdigkeit auf unserem Plan voll mit Menschenmassen.

Markusplatz

Der Piazza San Marco ist der wohl bekannteste Platz in ganz Venedig und gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt. Er ist 175m lang und 82m breit und lädt mit dem Markusdom, dem Dogenpalast und dem Campanile zum Sightseeing in Venedig ein.

Der Platz befindet sich im Stadtteil San Marco und liegt sehr nahe am Wasser, daher wird er gerade im Winter oft und gerne überflutet. Bei unserem Besuch hatten wir jedoch Glück und konnten den Platz ungestört besichtigen. Am Rande des Markusplatzes sind zahlreiche italienische Designer- und Markengeschäfte, die zum Shoppen verleiten, wobei die sich angebotenen Waren Großteils in der oberen Preisklasse befinden.

Markusdom

Nach einer kurzen Runde über den Platz ging es auch schon weiter zur nächsten venezianischen Sehenswürdigkeit, dem Markusdom. Da der Eintritt in das imposante Bauwerk kostenlos ist, waren wir nicht die einzigen Touristen die vor dem Eingang des Domes warteten, aber so blieb uns zumindest mehr Zeit die Kirche mit den fünf Kuppeln von außen zu betrachten. Das Warten lohnte sich aber auf alle Fälle, denn der Markusdom wird nicht ohne Grund auch „Goldene Basilika“ genannt. Der gesamte obere Teil des Inneren ist nämlich mit Mosaiken auf goldenem Hintergrund übersehen, während der untere Teil aus Marmor besteht. Da fällt einem wahrlich die Kinnlade runter. Der Markusdom ist ein absolutes Muss bei einer Städtereise nach Venedig.

Dogenpalast

Weiter ging es zum nahe gelegenen Dogenpalast. Von 697 bis 1797 gab es in Venedig 120 Dogen (der Doge war das Staatsoberhaupt der Republik Venedig), wobei zwei davon als umstritten gelten, die ihre Geschäfte im Dogenpalast ausübten. Der Palast ist ein Meisterwerk der gotischen und venezianischen Baukunst. Leider konnten wir aus Zeitmangel nur den Innenhof besichtigen. Dieser beherbergt nach wie vor die zwei, im 16. Jahrhundert errichteten Zisternen, die für die Wasserversorgung der Stadt sorgten. Wer mehr Zeit zum Sightseeing in Venedig zur Verfügung hat, sollte sich dieses Bauwerk aber unbedingt genauer ansehen!

Venedig Geheimtipps

Im Anschluss konnten wir zwischen einer Fahrt auf dem Canal Grande und zwei Stunden Freizeit wählen. Und obwohl eine solche Fahrt ideal zum Sightseeing in Venedig ist, beschloss ich die etwas entlegenen Ecken Venedigs auf eigene Faust zu erkunden. Um so vielleicht auf den ein oder anderen Geheimtipp zu stoßen. So schlenderte ich also entlang der Kanäle immer weiter ins Stadtinnere, bis ich schließlich das „Taverne al Remer“ fand. Das Restaurant liegt direkt unter einem Rundbogen neben dem Canal Grande, ist aber etwas knifflig zu finden, wodurch sich Touristen eher selten dorthin verirren.

Über die Kaffeekultur in Italien: Ordert man einen Caffè, so erhält man einen Espresso. Dieser wird immer und überall mal eben so zwischendurch getrunken. EinCaffè ristretto ist noch stärker, während der Caffè americano, der mit heißer Milch zubereitet wird, eher dem entspricht, was wir unter Kaffee verstehen. Der Cappuccino, ein Espresso mit geschäumter Milch, ist auch bei uns zu finden. In Italien jedoch wird er nie mit Kakaopulver dekoriert. Caffè latte ist ein Milchkaffe mit gewärmter Milch und wird in Italien oft zum Frühstück getrunken. Beim Espresso macchiato handelt es sich um Espresso, dem Milchschaum zugegeben wird. Ein besonderer Geheimtipp ist der Caffè corretto, ein Espresso mit einem Schuss Grappa. ➡ Mehr über Essen & Trinken in Italien im kulinarischen Reiseführer erfahren.

Nachdem ich in diesem schönen Ambiente einen typischen italienischen Kaffee genossen und meine Füße gewärmt hatte, setzte ich meine Erkundungstour nach weiteren Geheimtipps in Venedig fort. Fündig wurde ich schließlich unweit des Bahnhofes St. Lucia. Dort befindet sich der größte Park Venedigs, der Parco Savorgnan. Der Park ist eine Oase der Stille. Ich war nahezu die einzige Besucherin, woran nicht nur das kalte Wetter schuld war, denn selbst im Frühling und Sommer, wenn der Park in seiner vollen Pracht erstrahlt, kommen nur wenige Touristen daran vorbei. Allzu lange verweilte ich aber auch nicht im Parco und machte mich auf den Weg in Richtung Markusplatz wo ich die Mitreisenden meiner Venedig Städtereise traf um den Höhepunkt des Tages zu erleben.

Karneval in Venedig

Der Karneval in Venedig ist nicht mit dem Fasching den wir in Österreich kennen zu vergleichen. Prunkvolle und aufwendig hergestellte Kostüme mit verzierten Masken sind hier die Norm. Es spielt sich auf allen Plätzen ab. Von den Höfen der Palazzi bis zu den Gassen und auf den Kanälen. Verkleidete Menschen feiern, singen, tanzen und vergnügen sich am Tag und in der Nacht.

Erstmalig wurde der Karneval 1094 in den Schriften des damaligen Dogen erwähnt und fand seither, soweit man weiß, alljährlich zwischen den sechsten Januar und Aschermittwoch statt. Heute startet der Karneval in Venedig zehn Tage vor dem Aschermittwoch, mit dem Höhepunkt am Faschingssonntag, dem Grund unserer Städtereise an der oberen Adria.

Masken im Karneval

Im Karneval wird in Venedig gerne die Halbmaske getragen, die nur einen Teil oder eine Hälfte des Gesichtes bedeckt. Diese hat auch den Vorteil, dass man ohne größere Schwierigkeiten essen und trinken konnte. Die Bauta (Ganzmaske mit vorgewölbtem Kinn) war als traditionelle Maske bei Männern und Frauen zur Karnevalszeit gebräuchlich. Eine beliebte Karnevalsmaske für Frauen war die moretta. Klein, oval und ursprünglich aus schwarzem Samt. Sie wird im Mund gehalten, so dass die Trägerin nicht sprechen kann. Die Karnevalsmasken mit fantasievollen Gestaltungen wurden mit der Zeit auch außerhalb von Venedig immer beliebter. Neben den traditionellen Masken ist das Maskenkostüm baùtta bei Männer und Frauen sehr verbreitet. Das Kostüm besteht aus einem schwarzen Umhang aus Seide oder Samt. Das Gesicht wird von der vorne geöffnete Kapuze freigehalten. Über die Kapuze zieht man sich eine schwarze oder weiße Maske über. Dazu darf der typische venezianische Dreispitz nicht fehlen.

Volo dell’ Angelo

Neben der Parade der Kostümierten fand der Volo dell’ Angelo (Flug des Engels) statt. Dabei fliegt ein kostümierter Artist vom Campanile über den Markusplatz, selbstverständlich mit Sicherung, und wird dabei von tausenden Besuchern betrachtet. Im Anschluss folgt die Preisverleihung für das schönste Kostüm.

Fazit der Städtereise zum Karneval in Venedig

Venedig ist eine sehr malerische Stadt und strahlt auch im grauen Winter einen besonderen Reiz aus. Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten sind zwar definitiv einen Besuch wert, hat man bei diesen jedoch stets ein Gedränge und Getummel. Die etwas unbekannteren Plätzchen laden ebenso zum Sightseeing in Venedig ein und ermöglichen eine kleine Auszeit vom hektischen Alltag. Kurz gesagt, die Stadt hat für Kulturbegeisterte viel zu bieten und ein entspannter Spaziergang lädt zum Entschleunigen ein.

Link

www.carnevale.venezia.it

Autorin: Kristina, Fotos nouveaumonde34 / Pixabay

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