Niagarafälle aus der Nähe erleben

Direkt an der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat New York und Ontario in Kanada rauschen über die Niagarafälle tagtäglich unglaubliche Wassermassen in die Tiefe. Wer einen Wasserfall erleben will, der international betrachtet Seinesgleichen sucht, ist mit den Niagarafällen zweifellos gut beraten. Damit der Besuch jedoch zu einer bleibenden Erinnerung der positiven Art wird, sollten sich Reisende vorab gründlich informieren.

Das macht die Niagarafälle so besonders

Wie bereits erwähnt, liegen die Niagarafällen direkt auf der Grenze zwischen den USA und Kanada. Sie bestehen aus den drei einzelnen Wasserfällen

  • Bridal Veil Falls,
  • American Falls
  • und Horseshoe Falls,

wobei jeder von ihnen ein atemberaubendes Schauspiel liefert.

Niagarafälle in den USA
Drei Wasserfälle, aber zwei sind die Stars Der Niagarafälle. (Roselie/pixabay.com)

Gespeist werden die Niagarafälle von den vier Seen Lake Michigan, Lake Erie, Lake Huron und Lake Superior. Insgesamt überwinden in der Theorie je nach Jahreszeit zwischen 2,8 und 5,7 Millionen Liter Wasser in nur einer Sekunde die Felskante, um dann unten in tosenden Gischtwolken und mit lautem Getöse in Richtung Ontariosee weiter zu fließen. In der Praxis jedoch liegt die Wassermenge niedriger, da ein Großteil durch Turbinen geleitet und zur Erzeugung von Strom verwendet wird. Dem Naturschauspiel tut das aber keinen Abbruch.

Wer glaubt, dass es sich bei den Niagarafällen eigentlich um zwei Fälle handeln müsste, liegt nicht grundsätzlich falsch. So gehören die American Falls und die Horseshoe Falls zweifellos zu den imposanteren Fällen, denn die Bridal Veil Falls sind mit rund 17 Metern deutlich schmaler als ihre Nachbarn. Zum Vergleich: Die American Falls sind 363 Meter breit und die Horseshoe-Falls kommen auf eine Kantenlänge von ganzen 792 Metern. Voneinander getrennt werden die Fälle durch kleine Inseln am oberen Teil der Felskante. Die Fallhöhe des Wassers liegt insgesamt bei mindestens 21 und höchstens 52 Metern.

Die Niagarafälle während der Wochenende und Feiertagen zu besuchen, ist keine gute Idee. Dann nämlich tummeln sich hier ungeahnte Touristenmassen und das Erlebnis verwandelt sich in puren Stress. Wer ohnehin in der Gegend im Urlaub ist, legt den Trip zu den Niagarafällen daher am besten auf einen Tag unter der Woche. Welche Jahreszeit sich besonders anbietet, ist ganz individuell. Im Frühjahr, wenn der Schnee schmilzt, sind die Fälle besonders gewaltig und im Winter machen bizarre Eisformationen am unteren Ende den Anblick umso spannender und faszinierender.

Die Anreise zu den Niagarafällen

Sich während eines Aufenthaltes in New York für einen Besuch der Niagarafälle zu entscheiden, ist naheliegend. Auch wenn die Distanz zwischen der Großstadt und den Fällen im ersten Moment beachtlich wirkt, gibt es einige Möglichkeiten, ganz individuell anzureisen:

  • Mit der Bahn: Wer zu den Fällen auf der amerikanischen Seite gelangen will, kann von New York aus auch die Bahn nutzen. So bietet Amtrak mit „Empire Service“ und „Maple Leaf“ zwei verschiedene Bahnverbindungen, die New York als Ausgangspunkt nutzen. Unterwegs sind Reisende auf der „Empire Service“ Route rund sieben Stunden und zwanzig Minuten, während die Fahrt auf der Strecke „Maple Leaf“ in ihrer Gesamtheit mehr als zwölf Stunden dauert, jedoch bis nach Toronto reicht. Genau Fahrpläne und Karten stellt Amtrak auf seiner Webseite bereit.
  • Mit dem Flugzeug: Bei einer Anreise per Flugzeug bietet sich von New York City aus der Buffalo Niagara International Airport als Ziel an. Einige Fluggesellschaften wie Delta Airlines, United und WestJet fliegen den Zielflughafen täglich an. Vom Buffalo International Airport gelangen Reisende per Mietwagen in etwa einer Dreiviertelstunde zu den Niagarafällen.
  • Mit dem Bus: Mit dem Greyhound Bus ist es ebenfalls möglich, von New York aus zu den Niagarafällen zu fahren. Hier sollten Reisende auf der Webseite des Busunternehmens am besten vorab nach Fahrplänen und Fahrtkosten schauen. Die Kosten für die einfache Strecke können variieren, belaufen sich jedoch auf mindestens fünfzig Dollar.
  • Mit dem Auto: Natürlich ist es auch möglich, kurzerhand einen Mietwagen zu buchen und einen Roadtrip zu planen. Die Entfernung beläuft sich jedoch auf etwas mehr als 690 Kilometer, weswegen die Fahrtzeit ganz ohne Zwischenstopps etwa siebeneinhalb Stunden beträgt.

Auch die kanadische Seite der Niagarafälle nicht vergessen

Alle bis jetzt genannten Möglichkeiten zur Anreise beziehen sich auf die amerikanische Seite der Niagarafälle. Viele Urlauber jedoch möchten die Wasserfälle lieber von Kanada aus bestaunen, denn nur hier kann das Naturschauspiel in der Frontalansicht bewundert werden. Auch liegen viele Sehenswürdigkeiten auf kanadischer Seite, denn hier geht es allgemein touristischer zu.

Was die Anreise betrifft, so sind sowohl Amtrak als auch Greyhound, Mietwagen und Flugzeug gleichermaßen gut geeignet, um zur kanadischen Seite zu gelangen. Als Zielflughafen sinnvoll ist der Hamilton International Airport. In jedem Fall benötigen Urlauber einen gültigen Reisepass, um die Grenze zwischen den USA und Kanada über die Rainbow Bridge passieren zu dürfen. Wer mit einem Mietwagen anreisen will, sollte unbedingt schon beim Abholen darauf hinweisen, dass das Auto mit ins Ausland genommen werden soll.

Sehenswürdigkeiten rund um die Niagarafälle

Auch wenn die Niagarafälle an sich bereits ein echtes Highlight sind, gibt es hier einige wichtige Sehenswürdigkeiten. Wer einen Besuch plant, sollte diese kennen und seinen Aufenthalt entsprechend planen. Etwas leichter wird das Besichtigen mehrerer Sehenswürdigkeiten, wenn diese per Bus angesteuert werden.

Das Besucherzentrum

Auf der kanadischen Seite gibt es ein Besucherzentrum mit schöner Aussichtsterrasse. Hier kommen Besucher den Horseshoe Falls sehr nahe und können einen Moment lang verweilen. Der Eintritt ist kostenlos.

Der „White Water Walk“

Auch der White Water Walk befindet sich auf der kanadischen Seite. Hierbei handelt es sich um einen Bohlenweg, der direkt am unteren Rand der Fälle entlang führt und über kleine Aussichtsplattformen verfügt. Der Eintritt beläuft sich auf 13 CAD für Erwachsene und 8,45 CAD für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren.

Die „Journey behind the Falls“

Vom Besucherzentrum auf der kanadischen Seite aus gibt es einen Zugang zur sogenannten „Journey behind the Falls“. Hier führt ein Tunnel die Besucher hinter die Horseshoe Falls, von wo aus sich eine ganz neue Perspektive eröffnet. Erwachsene zahlen 13,15 CAD und Kinder 8,55 CAD. Zusätzlich bekommt jeder Gast einen kostenlosen Poncho gegen Spritzwasser.

Das Whirlpool Aerocar

Aero Car Niagarafälle
Das „Whirlpool Aero Car“ gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. (wpoeschl/pixabay.com)

Für eine Fahrt mit der Seilbahn namens Whirlpool Aero Car braucht es etwas Mut. Sie trägt den Besucher einmal quer über das Whirlpool Rapids Becken, wo sich faszinierende Wasserverwirbelungen zeigen. Eine Fahrt kostet für Erwachsene 15 CAD und für Kinder 9,45 CAD.

Diese vier Sehenswürdigkeiten sind jedoch nur ein Teil dessen, was Besucher der Niagarafälle erleben können. Unter niagaraparks.com gibt es eine umfangreiche Übersicht, in der auch weitere Attraktionen wie

  • Zipline to the Falls
  • Whirlpool Adventure Course
  • und Niagara’s Fury

gezeigt werden.

Dem Wasserfall bei einer Bootstour nahe kommen

Kein Trip zu den Niagarafällen sollte ohne eine Bootstour auskommen müssen. Sowohl auf der amerikanischen als auch auf der kanadischen Seite gibt es die Möglichkeit, die Fälle von einem Boot aus zu bewundern. Hier allerdings werden Reisende trotz des kostenlosen Ponchos ziemlich nass, weswegen das Mitnehmen von Regenjacken und Regenhüten nur empfohlen werden kann. Da solche Outdoorbekleidung vor Ort oft überteuert oder von minderwertigem Material ist, lohnt es sich, Regenjacken und Co. schon im Vorfeld online zu kaufen und im Reisegepäck dabei zu haben.

Auf der amerikanischen Seite ist die „Maid of the Mist“ das Boot der Wahl. Die Fahrt dauert etwa zwanzig Minuten und kostet für Erwachsene rund 19,25 US-Dollar. Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zahlen 11,20 US-Dollar. Eine Vorab-Anmeldung ist nicht unbedingt nötig, da die Boote in einem viertelstündigen Turnus ablegen. Weitere Informationen finden Interessierte unter maidofthemist.com

Unvergessliches Erlebnis: Eine Bootstour an den Niagarafällen. (JoeBreuer/pixabay.com)

Von Kanada aus sorgen die „Hornblower Niagara Cruises“ für den Bootsbetrieb. Bei der „Voyage to the Falls“ Tour sorgt ein ebenfalls 15-minütiger Turnus für möglichst kurze Wartezeiten, auch wenn sich gerade auf der kanadischen Seite besonders viele Touristen auf eine Bootstour freuen. Die kosten für die „Voyage to the Falls“ Tour belaufen sich auf 25,95 CAD für Erwachsene und 15,95 CAD für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren.

Sinnvoll: Eine Nacht bleiben

Beleuchtete Niagarafälle in der Nacht
Die Niagarafälle in der Nacht erleben dank einem Hotel in der Nähe (Foto Romy Wohlkönig)

Da die Anreise zu den Niagarafällen von New York aus durchaus lange dauern kann und vor Ort einige Stunden für das Besichtigen des Naturspektakels eingeplant werden müssen, lohnt sich das Einchecken in einem nahegelegenen Hotel in jedem Fall. So können Reisende den Tag in Ruhe genießen und müssen nicht ständig auf die Uhr schauen oder ihre letzten Kraftreserven investieren, um später wieder zurückzufahren.



Booking.com

Auf beiden Seiten der Niagarafälle sind Hotels und Gastgeber in so großer Anzahl vorhanden, dass sogar das spontane Buchen eines Zimmers ganz ohne Probleme möglich ist. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass sich einige Hotels deutlich besser anbieten als wiederum andere. Daher ist es nur zu empfehlen, vorab im Netz zu schauen, welche Häuser in der Nähe der Wasserfälle liegen. Teilweise nämlich bietet sich dann auch vom Hotelzimmer aus noch ein schöner Blick auf das rauschende Wasser.

Zusammenfassung: Das müssen Besucher über die Niagarafälle wissen

Letztlich also ist ein Besuch der Niagarafälle ein echtes Erlebnis, das vor allem auf der kanadischen Seite sehr abwechslungsreich und vielfältig geplant werden kann. Wer gerne schnell anreist, sollte unbedingt das Flugzeug wählen und wer es geruhsamer mag, kommt per Bahn oder Bus. Die Anreise mit dem Auto kann recht anstrengend sein und führt durch eine wenig abwechslungsreiche Landschaft.

Auch gut zu wissen: Der Eintritt ist grundsätzlich kostenlos, Sehenswürdigkeiten jedoch nicht. Wer kann, sollte stets unter der Woche anreisen und umgeht so massive Touristenaufläufe.

Titelfoto: Romy Wohlkönig

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